Der Onlinehändler The Creative Club aus Schenefeld bei Hamburg hat seinen Betrieb eingestellt. Rund 170 Beschäftigte verlieren damit ihren Arbeitsplatz. Seit Mitte Februar ist die Plattform stoffe.de offline.
Insolvenzverwalter Nicolas Kaiser begründete die Entscheidung damit, dass nach Eröffnung des Verfahrens weder Mieten noch Gehälter beglichen werden konnten. Zum Schutz der Gläubiger stellte er den Betrieb ein und beendete die Suche nach einem Investor. Alle Mitarbeiter wurden freigestellt und gekündigt. Ein Sozialplan sowie ein Interessenausgleich wurden gemeinsam mit dem Betriebsrat vereinbart. Der Abverkauf der Lagerbestände in Schenefeld und Halstenbek läuft noch.
Mehrere Kaufinteressenten hatten sich während des vorläufigen Verfahrens gemeldet, doch kam keine Einigung zustande. Einige wollten nur Teile der Belegschaft übernehmen, andere lediglich einzelne Vermögenswerte wie die Domain oder die Marke. Die Vorstellungen lagen zu weit auseinander.
Ausgelöst wurde das Insolvenzverfahren durch den Rückzug der Hauptgesellschafterin, einer luxemburgischen Holdinggesellschaft. Diese weigerte sich, weiteres Kapital bereitzustellen. Dabei hatte die Holding das Unternehmen über viele Jahre mit Millionenbeträgen gestützt. Allein 2024 flossen zehn Millionen Euro Eigenkapital sowie mehr als vier Millionen Euro als Darlehen nach Schenefeld. Als diese Mittel ausblieben, stellte die Geschäftsführung im Herbst 2024 den Insolvenzantrag.
Das Unternehmen war 2003 unter dem Namen fabfab gegründet worden und gehörte zu den frühen Pionieren im Onlinehandel mit Stoffen. In Spitzenzeiten wurden täglich bis zu 4.000 Pakete in 53 Länder versandt. Trotz teils deutlich wachsender Umsätze arbeitete das Unternehmen jedoch nie profitabel. Selbst im Rekordjahr 2021 mit einem Umsatz von rund 26 Millionen Euro stand unterm Strich ein Verlust von etwa drei Millionen Euro.
Versuche, das Geschäftsmodell zu erweitern, scheiterten. Die Übernahme der Berliner Plattform Makerist für einen zweistelligen Millionenbetrag brachte nicht den erhofften Erfolg. Im Frühjahr 2024 wurde Makerist eingestellt. Kurz darauf folgte der Insolvenzantrag für das Gesamtunternehmen.
Mit der Abwicklung endet eine mehr als 20-jährige Geschichte. Ob Markenname oder Domain künftig weitergenutzt werden, ist bislang offen.