Das Steigenberger Grand Hotel Bad Pyrmont steckt in der Krise: Die Betreibergesellschaft hat beim Amtsgericht Hameln einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Als Ursache gelten massiv gestiegene Sanierungskosten, die das Unternehmen in finanzielle Schieflage gebracht haben.
Das Hotel ist seit Wochen geschlossen. Grund dafür sind laufende Renovierungsarbeiten, bei denen zentrale Hotelbereiche noch im Rohbauzustand sind. Im Zuge der seit Anfang 2024 andauernden Baumaßnahmen stellte sich heraus, dass Brand und Schallschutz in dem denkmalgeschützten Gebäude deutlich aufwendiger erneuert werden müssen als ursprünglich geplant. Daraus entstanden Mehrkosten von rund 6,5 Millionen Euro.
Das Land Niedersachsen hatte sich als Eigentümer der Immobilie bereits mit etwa 25 Millionen Euro an der Sanierung beteiligt. Verhandlungen über eine zusätzliche Kostenbeteiligung der öffentlichen Hand blieben bislang jedoch ohne Ergebnis. Die 62 Mitarbeiter des Hotels befinden sich derzeit in Kurzarbeit. Ihre Gehälter sollen vorerst über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung abgesichert werden.
Das Gericht hat ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren angeordnet. Geschäftsführer Oliver Massabni bleibt dabei im Amt. Die rechtliche Begleitung liegt bei der Generalhandlungsbevollmächtigten Zekira Fuest, als vorläufige Sachwalterin wurde Rechtsanwältin Karina Schwarz aus Hannover bestellt.
Trotz der schwierigen Lage gibt es Grund zur Hoffnung: Ziel des Verfahrens ist es, den Hotelbetrieb nach Abschluss der Bauarbeiten schnellstmöglich wiederaufzunehmen. Massabni betonte, man stehe in engem Kontakt mit dem Land Niedersachsen, um gemeinsam eine tragfähige Lösung für Hotel, Belegschaft und Gläubiger zu erarbeiten. Wann das Haus wieder öffnen kann, ist derzeit noch offen.