Fr. 27. März. 2026

Die deutsche Niederlassung des russischen Pharmaunternehmens R-Pharm ist zahlungsunfähig. Der vorläufige Insolvenzverwalter Markus Fröhlich nennt die westlichen Sanktionen infolge des Ukrainekriegs sowie russische Gegenmaßnahmen als Hauptursache. Beides habe Kunden und Geschäftspartner verunsichert und die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens erheblich belastet.

Der Standort in Illertissen im bayerischen Allgäu beschäftigt rund 300 Mitarbeiter. Der Betrieb läuft derzeit eingeschränkt weiter. Laut Fröhlich konnte die in Moskau ansässige Muttergesellschaft keinen gesicherten Geldfluss mehr nach Deutschland sicherstellen, was die Lage zusätzlich verschärfte. Der Insolvenzverwalter zeigte sich dennoch vorsichtig optimistisch: Die weltweite Kundenbasis schaffe grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine Sanierung, auch wenn die Ausgangslage schwierig sei. Er hofft auf einen Investor, der das Unternehmen übernimmt.

R-Pharm Germany blickt auf eine mehr als 160 Jahre alte Geschichte zurück. Der Ulmer Unternehmer Heinrich Mack gründete 1860 in Illertissen eine Fabrik, die zunächst Seife und Drogeriewaren produzierte. Anfang der 1970er Jahre übernahm der US-Konzern Pfizer den Standort, bevor R-Pharm ihn 2014 erwarb. Heute vertreibt das Unternehmen Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel in rund 150 Länder weltweit.

Bereits während der Coronapandemie hatte R-Pharm ambitionierte Pläne für den Standort: In Illertissen sollte der russische Impfstoff Sputnik V produziert werden. Das Vorhaben scheiterte jedoch und ließ damit eine mögliche Perspektive für das Werk ungenutzt.

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