Für die Nordseeinsel Norderney könnte es bald eine Fährverbindung weniger geben. Die Reederei Meine Fähre GmbH hat beim Amtsgericht Aurich einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Grund ist eine drohende Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens.
Trotz des laufenden Verfahrens bleibt der Fährbetrieb zwischen Norddeich und Norderney zunächst aufrechterhalten. Der vorläufige Insolvenzverwalter Hans-Joachim Berner betont, dass alle notwendigen Voraussetzungen geschaffen wurden, um den Betrieb fortzuführen. Tickets, die vor dem 5. März gebucht wurden, behalten ihre Gültigkeit und können nicht storniert werden. Neue Buchungen sind weiterhin über die üblichen Kanäle möglich. Die Gehälter der 23 Beschäftigten sind durch das gesetzliche Insolvenzgeld bis Mai 2026 gesichert.
Die Reederei hatte ihre Verbindung erst im Herbst 2024 aufgenommen und damit eine Alternative zum bisherigen Marktführer Norden-Frisia geschaffen. Mit der Fähre Meine Fähre 1 transportiert das Unternehmen sowohl Passagiere als auch Fahrzeuge zwischen dem Festland und der Insel. Das 2022 gegründete Unternehmen wird von mehreren Gesellschaftern getragen, darunter Hoteliers und eine Stiftung. Der Bau des Schiffes auf einer niederländischen Werft in Groningen verschlang nach Unternehmensangaben eine niedrige Millionensumme.
Ursprünglich waren weitaus ambitioniertere Ziele geplant. Noch für dieses Jahr hatte die Reederei den Einsatz einer zweiten, kleineren Personenfähre vorgesehen, um das Angebot auszuweiten. Daraus wird nun vorerst nichts. Angaben zur bisherigen Passagierzahl oder Auslastung machte das Unternehmen nicht.
Ob die Fährlinie langfristig bestehen bleibt oder eingestellt wird, hängt nun vom weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens ab.