Fr. 27. März. 2026

Die über 160 Jahre alte Mauritius Brauerei aus Zwickau kämpft ums Überleben. Das Unternehmen hat beim Amtsgericht Chemnitz einen Insolvenzantrag eingereicht. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Henry Girbig von der Chemnitzer Kanzlei Tiefenbacher bestellt. Er zeigte sich zuversichtlich: Der Geschäftsbetrieb werde mit allen 51 Beschäftigten uneingeschränkt weitergeführt, Steuer oder Sozialversicherungsrückstände gebe es nicht. Die Gehälter der Belegschaft werden überbrückend von der Agentur für Arbeit getragen.

Als Hauptursache der Krise gelten ungünstige Langfristverträge, durch die Rohstoffe zu überhöhten Preisen eingekauft wurden. Hinzu kommt ein anhaltender Rückgang des Bierabsatzes. In Sachsen sank der Bierkonsum zuletzt um knapp sieben Prozent und damit stärker als im Bundesdurchschnitt. Bundesweit schrumpfte der Markt im gleichen Zeitraum um sechs Prozent, so stark wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Steffen Dittmar, Präsident des Sächsischen Brauerbundes, bezeichnete die Lage als dramatisch. Mindestlohn, Energiekosten und bürokratische Belastungen setzten der gesamten Branche zusätzlich zu.

Die Privatbrauerei ist vor allem in Ostdeutschland bekannt. Zum Sortiment zählen klassische Sorten wie Pilsner und Dunkel Bock, aber auch ungewöhnlichere Produkte wie ein Trabi Bier in der Dose. Erst Anfang 2025 brachte Mauritius in Zusammenarbeit mit Rewe Ost ein neues Bier namens „Kosmonaut“ auf den Markt, das in mehreren ostdeutschen Bundesländern erhältlich ist. Dieser langfristige Kooperationsvertrag könnte laut Insolvenzverwalter Girbig entscheidend dazu beitragen, die Brauerei zu retten. Zuletzt gelang es dem Unternehmen zudem, Preiserhöhungen im Handel durchzusetzen, was die Perspektiven verbessert.

Die Brauerei war 2018 von der Stuttgarter Dinkelacker Schwaben Bräu und dem Unternehmer Jörg Dierig übernommen worden, der zuvor die Oettinger Brauerei geführt hatte. Girbig betonte, das Unternehmen verfüge über einen gesunden Kern und er sei guter Hoffnung, es erhalten zu können.

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