Das Aus kam, bevor überhaupt ein einziges Flugzeug abhob. Ecojet Airlines, die weltweit erste elektrische Fluggesellschaft, hat nach nur drei Jahren Bestehen Insolvenz angemeldet. Sämtliche geplanten Verbindungen wurden gestrichen, der Betrieb vollständig eingestellt.
Das schottische Unternehmen wurde 2021 unter dem Namen Fresh Airlines Limited gegründet und 2023 in Ecojet Airlines umbenannt. Mit Sitz am Flughafen Edinburgh verfolgte das Start-up einen ungewöhnlichen Ansatz: Herkömmliche Flugzeuge sollten mit Wasserstoff-Elektroantrieben ausgestattet werden, um einen emissionsarmen Flugbetrieb zu ermöglichen.
Zunächst war die Route zwischen Edinburgh und Southampton als erste Verbindung vorgesehen. Langfristig plante das Unternehmen die Ausweitung auf europäische Strecken. Doch aus diesen Vorhaben wurde nichts. Für den Aufbau des Flugbetriebs sowie die notwendigen Lizenzen benötigte Ecojet Airlines rund 20 Millionen Pfund, umgerechnet etwa 23 Millionen Euro. Investoren, die diesen Betrag bereitstellen wollten, fanden sich nicht.
Der Vorstand entschied daraufhin, ein freiwilliges Liquidationsverfahren einzuleiten. Die beiden verbliebenen Mitarbeiter sollen ihren gesetzlichen Ansprüchen entsprechend entschädigt werden. Zum Vergleich: Zu Beginn zählte das Unternehmen noch 13 Beschäftigte. Die Geschäftsführer wurden selbst zu Liquidatoren ernannt und erklärten, an der Vision der vollständigen Elektrifizierung des Verkehrs festhalten zu wollen. Die Luftfahrt bezeichneten sie dabei als die anspruchsvollste und letzte noch zu bewältigende Herausforderung.
Ecojet Airlines ist nicht der einzige Fall in der britischen Luftfahrtbranche. Bereits im Jahr 2025 mussten mehrere Fluggesellschaften aus Großbritannien Insolvenz anmelden, darunter Blue Islands, Eastern Airways und Play Airlines.