Das auf Spezialgrößen ausgerichtete Schuhunternehmen Georg Horsch GmbH befindet sich in einem Insolvenzverfahren. Auslöser der wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist der Ausfall eines wichtigen Lieferanten aus Portugal, der zu massiven Engpässen bei der Warenbelieferung geführt hat. Ziel des Verfahrens ist es, das Unternehmen zu stabilisieren und eine tragfähige Perspektive zu entwickeln.
Nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens läuft der Geschäftsbetrieb zunächst ohne Einschränkungen weiter. Sowohl der Onlinehandel als auch die stationären Standorte in Stuttgart und Düsseldorf bleiben geöffnet. Kunden können weiterhin einkaufen, laufende Bestellungen werden bearbeitet. Damit soll Vertrauen geschaffen und der operative Betrieb gesichert werden.
Das Unternehmen hat sich auf Schuhe in Über- und Untergrößen spezialisiert und bedient damit eine Nische im deutschen Einzelhandel. Gerade diese Spezialisierung macht die Abhängigkeit von einzelnen Produzenten besonders hoch. Der Wegfall des portugiesischen Lieferanten traf das Unternehmen in einer Phase, in der der gesamte Einzelhandel unter verhaltener Konsumlaune und steigenden Kosten leidet.
Die Geschäftsführung sieht die Ursachen der Krise nicht allein im Lieferantenausfall. Vielmehr hätten sich mehrere Belastungsfaktoren überlagert. Hohe Energiepreise, gestiegene Logistikkosten und eine spürbare Kaufzurückhaltung der Verbraucher setzten den Betrieb zusätzlich unter Druck. Dennoch wird an einer Fortführung festgehalten, während parallel an einer Sanierung gearbeitet wird.
Das zuständige Insolvenzgericht hat eine vorläufige Insolvenzverwalterin eingesetzt, die gemeinsam mit der Unternehmensleitung die nächsten Schritte koordiniert. Im Mittelpunkt stehen die Sicherung der Warenversorgung, Gespräche mit Lieferanten sowie die Entwicklung eines wirtschaftlich tragfähigen Konzepts für die Zukunft.
Der Fall reiht sich in eine zunehmende Zahl von Insolvenzen im deutschen Handel ein. Ein Insolvenzverfahren bedeutet dabei nicht zwangsläufig das Aus für ein Unternehmen. In vielen Fällen bietet es die Möglichkeit, Strukturen neu zu ordnen, Kosten anzupassen und das Geschäftsmodell zukunftsfähig aufzustellen. Auch bei Schuhhaus Georg Horsch soll dieser Weg genutzt werden, um den Betrieb langfristig zu erhalten.