Die renommierte Brennerei „Maennerhobby“ aus Mönchhagen steht vor einer existenziellen Krise. Trotz zahlreicher internationaler Auszeichnungen musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Betroffen sind 47 Arbeitsplätze.
Der Gründer und Geschäftsführer Martin Neumann bestätigte die Entwicklung und erklärte, dass die wirtschaftliche Lage des Betriebs nicht mehr tragbar sei. Als Hauptursachen nannte er die Folgen des Ukraine-Krieges und die anhaltende Wirtschaftskrise, die das Konsumverhalten deutlich verändert haben. Rückblickend räumte Neumann ein, dass eine stärkere Fokussierung auf den Vertrieb möglicherweise geholfen hätte.
Die Insolvenz erfolgt in Eigenverwaltung. Das bedeutet, dass die Brennerei weiterhin handlungsfähig bleibt und die Sanierung selbst steuert. Neumann bleibt Geschäftsführer, erhält jedoch Unterstützung von externen Beratern. „Wir geben nicht auf“, betonte er.
Seit der Gründung im Jahr 2014 konnte die Brennerei mehr als 180 Preise gewinnen, darunter internationale Spitzenbewertungen. Zu den jüngsten Erfolgen zählen der Titel „Weltbester Rum unter 5 Jahren“ in London sowie eine Bronze-Auszeichnung bei den World Rum Awards 2025. Dennoch reichen diese Erfolge nicht aus, um die finanziellen Probleme zu überwinden. Die Löhne der Mitarbeiter sind nach Angaben des Unternehmens noch für rund sechs Monate gesichert.
Die Situation spiegelt eine breitere Entwicklung wider: Viele deutsche Betriebe kämpfen derzeit mit sinkender Kauflaune und steigenden Kosten. Laut aktuellen Prognosen der Nürnberger Institute GfK und NIM wird das Konsumklima im Januar weiter zurückgehen. Verbraucher planen verstärktes Sparen, was die Umsätze zusätzlich belastet.