Ein führender Schrauben- und Verbindungsteilehändler aus Herford hat Insolvenz angemeldet. Betroffen ist die Joseph Dresselhaus GmbH & Co. KG, die mit rund 600 Mitarbeitern in Deutschland sowie weiteren Standorten in Europa und der Türkei aktiv ist.
Trotz umfangreicher Sparmaßnahmen und einer angekündigten Standortschließung konnte das Unternehmen die wirtschaftliche Schieflage nicht mehr abwenden. Interne Umstrukturierungen, darunter der geplante Abbau von 50 Stellen und die Schließung der Niederlassung im baden-württembergischen Urbach zum 31. Juli 2025, reichten nicht aus, um die Lage nachhaltig zu stabilisieren.
Die Geschäftsführung verweist auf langanhaltende wirtschaftliche Belastungen, die sich trotz erster Sanierungsschritte nicht in den Griff bekommen ließen. Wie Geschäftsführer Markus Schörg erklärte, sei zwar mit Nachdruck an einer operativen Neuausrichtung gearbeitet worden, doch fehlten letztlich die notwendigen finanziellen Mittel zur Umsetzung aller Maßnahmen.
Im Jahr 2023 verzeichnete Dresselhaus einen Umsatz von 209 Millionen Euro und wies formal einen Gewinn von 21 Millionen Euro aus. Dieser basierte jedoch überwiegend auf Unternehmensverkäufen und nicht auf dem laufenden Geschäftsbetrieb. Ohne diese Sondereffekte wäre das Jahr mit einem Minus abgeschlossen worden.
Seit 2020 hält das Beteiligungsunternehmen Nimus Anteile an Dresselhaus. Trotz der Erfahrung des Investors im Bereich der Verbindungstechnik konnte die Insolvenz nicht verhindert werden. Das Unternehmen beliefert zahlreiche Handwerks- und Industriebetriebe mit sogenannten C-Teilen, etwa Schrauben, Muttern und Kleinteilen.
Ob und wie es für die betroffenen Mitarbeiter und die Standorte weitergeht, ist derzeit noch unklar. Ziel der laufenden Verfahren ist es nun, eine tragfähige Fortführungslösung zu finden.