Kaum einen Monat nach dem vermeintlichen Neustart steckt die Nachrichtenagentur dapd wieder in der Insolvenz. Geschäftsführer Ulrich Ende stellte beim zuständigen Amtsgericht einen erneuten Insolvenzantrag, nachdem die Finanzierung des Unternehmens ins Wanken geraten war. Von den ursprünglich zugesagten vier Millionen Euro konnten lediglich 1,5 Millionen Euro eingesammelt werden. Das reichte nicht aus, um den Betrieb dauerhaft aufrechtzuerhalten.
Investoren hatten trotz vertraglicher Zusagen ihre Einzahlungen verweigert. Als Grund nannte das Unternehmen strukturelle Probleme, die noch aus dem ersten Insolvenzverfahren herrührten. Das Amtsgericht bestellte daraufhin die Berliner Rechtsanwältin Petra Hilgers zur vorläufigen Insolvenzverwalterin. Sie soll gemeinsam mit dem früheren Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma, der in diesem Fall selbst als Glaubiger auftritt, nach einer tragfähigen Lösung suchen. Beide Seiten wollen eng zusammenarbeiten, um den Schaden für alle Beteiligten so gering wie möglich zu halten.
Für die Belegschaft ist die Entwicklung ein harter Rückschlag. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes kritisierte das Scheitern scharf. Die Mitarbeiter hätten nach monatelanger Ungewissheit endlich wieder an eine gesicherte Zukunft geglaubt. Der Verband forderte die Investoren auf, die zugesagten Mittel unverzüglich bereitzustellen, damit eine erneute Abwicklung des Unternehmens verhindert werden kann.
Ulrich Ende, einst als Retter der dapd gehandelt, hatte noch kurz nach der Übernahme Anfang Februar optimistisch erklärt, ein verlässliches Angebot für die Kunden aufgebaut zu haben und dieses weiter ausbauen zu wollen. Diese Zuversicht erwies sich als verfrüht. Bereits wenige Wochen später zeigte sich, dass die wirtschaftliche Grundlage des Neustarts zu brüchig war.
Der erneute Zusammenbruch der dapd wirft Fragen auf. Ob und wie eine Rettung des Unternehmens noch gelingt, bleibt vorerst offen.
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