Der süddeutsche Lebensmittelhändler Feneberg steckt in der Krise. Das Amtsgericht Kempten hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet, nachdem das Unternehmen Anfang Januar 2026 einen Antrag auf ein Schutzschirmverfahren gestellt hatte.
Rund 3.000 Beschäftigte in etwa 75 Filialen sind betroffen. Ihre Gehälter sind vorerst gesichert, da der Betrieb ohne Einschränkungen weitergeführt wird. An der Spitze des Unternehmens stehen weiterhin Amelie und Christof Feneberg, die gemeinsam mit dem Sanierungsexperten Stephan Leibold die Geschäfte leiten. Aus früheren Restrukturierungsrunden steht zudem ein Nachrangdarlehen von 20 Millionen Euro zur Verfügung.
Für die finanzielle Schieflage nennt Feneberg mehrere Ursachen. Strukturelle Schwächen im Filialnetz belasten das Unternehmen ebenso wie die Nachwirkungen der Insolvenz der ehemaligen Tochtergesellschaft Allgäu Fresh Foods. Hinzu kommen Pensionsverpflichtungen von knapp 100 Millionen Euro, die das Unternehmen erheblich unter Druck setzen.
Die rechtliche Begleitung des Verfahrens liegt in den Händen von Jochen Sedlitz von der Kanzlei Grupp Brugger als Verfahrensbevollmächtigtem. Als Sachwalter überwacht der Ulmer Rechtsanwalt Martin Hörmann den gesamten Ablauf.
Wie es mit Feneberg weitergeht, wird maßgeblich vom neu eingesetzten Gläubigerausschuss abhängen. Für den 10. Juni ist eine Gläubigerversammlung in Kempten angesetzt. Dort sollen die offenen Forderungen geprüft und über einen Insolvenzplan abgestimmt werden. Die Höhe der Ansprüche, die auf das Unternehmen zukommen, dürfte dabei eine entscheidende Rolle spielen.
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