Fr. 30. Jan.. 2026

Ein traditionsreicher Fleischverarbeiter aus Bayern ist in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Die Josef Maier GmbH & Co. KG mit Sitz in Bad Wörishofen hat zum Jahresende 2025 Insolvenz angemeldet. Der seit den 1970er-Jahren bestehende Familienbetrieb zählt zu den etablierten Anbietern von Wildfleisch in Deutschland und beschäftigt rund 190 Mitarbeiter. Der Geschäftsbetrieb läuft zunächst weiter.

Nach Angaben des Unternehmens führten mehrere Faktoren in die finanzielle Schieflage. Zwar erzielte der Betrieb im Jahr 2024 einen Umsatz von mehr als 60 Millionen Euro, dennoch wurde erstmals seit längerer Zeit ein deutlicher Jahresverlust ausgewiesen. Ausschlaggebend war unter anderem der kurzfristige Wegfall einer bestehenden Kreditlinie. Hinzu kam eine spürbare Zurückhaltung der Verbraucher, die zu geringeren Absatzmengen führte als ursprünglich geplant.

Josef Maier beliefert Kunden in mehreren europäischen Ländern. Abnehmer sind sowohl der Lebensmitteleinzelhandel als auch Großkunden und die Gastronomie. Zum Kundenkreis zählt unter anderem auch der Handelskonzern Rewe. Das Sortiment umfasst überwiegend tiefgekühlte Wildprodukte, die bislang weiterhin verfügbar sind. Ob und in welchem Umfang es künftig zu Änderungen im Angebot kommt, ist derzeit offen.

Erst wenige Jahre vor dem Insolvenzantrag hatte das Unternehmen stark investiert. In Landsberg am Lech wurde eine neue Produktionsstätte in Betrieb genommen, die als besonders moderne Anlage für die Verarbeitung von Wildfleisch konzipiert wurde. Ziel war es, den Ausbau des Geschäfts mit kleineren Verpackungseinheiten für den Einzelhandel voranzutreiben und die langfristige Unternehmensnachfolge abzusichern.

Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird nun geprüft, wie der Betrieb fortgeführt werden kann. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter ist eingesetzt und führt Gespräche mit potenziellen Investoren. Dabei steht auch eine übertragende Sanierung im Raum. Ziel ist es, tragfähige Perspektiven für den Standort und die Arbeitsplätze zu entwickeln. Mit dem laufenden Verfahren verbundene Unternehmen sowie Auslandsgesellschaften sind nach aktuellem Stand nicht betroffen.

Der Wildfleischmarkt gilt insgesamt als anspruchsvoll. Steigende Preise und der Wettbewerb mit günstigeren Fleischsorten haben den Absatz in den vergangenen Jahren erschwert. Vor diesem Hintergrund steht die Josef Maier GmbH & Co. KG nun vor der Aufgabe, ihr Geschäftsmodell an veränderte Marktbedingungen anzupassen und wirtschaftlich neu auszurichten.

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